A-Netz

Das A-Netz war das erste analoge Mobilfunknetz in Deutschland und von der abgedeckten Fläche her das größte öffentliche Mobilfunknetz weltweit. Es wurde 1958 von der Deutschen Bundespost in Betrieb genommen.

Die Endgeräte waren zu dieser Zeit noch sehr groß und schwer, denn die Transistortechnik steckte noch in den Kinderschuhen. Die Mobiltelefone der A-Netz-Ära arbeiteten noch mit Röhrentechnik, wie man sie heute im Alltag nur noch von Gitarrenverstärkern kennt. Das Hauptanwendungsgebiet war aufgrund der Größe der Geräte das Autotelefon, wobei die schwere Technik nur in größeren Limousinen untergebracht werden konnte. Das A-Netz hat wegen der fast ausschließlichen Nutzung im Auto auch seinen Namen (Autotelefon-Netz) erhalten.

Die Vermittlung der Gesprächsteilnehmer fand manuell statt. Rund um die Uhr stellten über 600 Vermittlungskräfte die Verbindung her. Um in einem bestimmten Gebiet telefonieren zu können, musste sich der Teilnehmer vorher dort anmelden. Wurde während des Gesprächs das Gebiet verlassen, wurde die Verbindung unterbrochen. Auch für denjenigen, der auf dem A-Netz-Mobiltelefon anrief, war es nicht komfortabler, denn er musste wissen, in welchem Gebiet sich der gewünschte Gesprächsteilnehmer gerade befand. Da diese Gebiete einen Radius von 30-50 km hatten, war dies gar nicht so einfach.

Aufgrund der hohen Kosten wurde das A-Netz hauptsächlich von Politikern (Konrad Adenauer zählte zu den ersten Nutzern), Wirtschafsbossen und Prominenten genutzt. Alleine die Anschaffungskosten betrugen mindestens 8.000 Mark, die monatliche Grundgebühr betrug anfangs 65 Mark.

Als das System seine Auslastungsgrenze erreicht hatte, waren 11.000 Teilnehmer registriert. Durch den ständigen Weiterausbau wurde 1968 eine Netzabdeckung von immerhin 80 % erreicht. Dennoch war das A-Netz bald technisch überholt und der Nachfolger, das B-Netz, ging 1972 in Betrieb. Um die A-Netz-Nutzer zu einem Wechsel zu bewegen, wurde die Grundgebühr auf 270 Mark monatlich angehoben. Das zeigte Wirkung, denn als das A-Netz 1977 endgültig abgeschaltet wurde, hatte es gerade noch 787 Teilnehmer.