C-Netz

Das C-Netz war der Nachfolger des B-Netzes und das letzte analoge Mobilfunknetz. Es war von 1984 bis Ende 2000 in Betrieb. Eine technische Verbesserung gegenüber dem B-Netz war, dass der Teilnehmer im ganzen Bundesgebiet unter einer einzigen Rufnummer (Vorwahl 0161) erreichbar war. Im B-Netz war dies wesentlich unkomfortabler, denn hier musste der Anrufer noch wissen, in welcher der 158 Sendegebiets-Zonen sich der gewünschte Teilnehmer gerade aufhielt. Eine weitere Verbesserung war, dass automatisch von einer Sendestation zur nächsten gewechselt wurde (Handover). Somit brach im C-Netz nicht mehr die Verbindung ab, wenn der Sendebereich verlassen wurde.

Das C-Netz war auch das erste Netz, das die Trennung von Endgerät und Teilnehmeridentität ermöglichte. Ähnlich wie bei den heutigen SIM-Karten konnte eine Magnetkarte in ein beliebiges Endgerät eingeschoben werden. Auch die Geräte wurden kleiner und die ersten wirklich tragbaren Mobiltelefone kamen auf den Markt. Somit war das C-Netz nicht mehr ein reines Autotelefon-Netz wie die beiden Vorgängernetze.

Das C-Netz bot auch eine „Verschlüsselung“, die sogenannte „Sprachverschleierung“. Sie bestand allerdings nur in einer Invertierung des Sprachsignals und konnte daher leicht „geknackt“ werden. Der Teilnehmer hatte sogar die Möglichkeit, bei einer schlechten Verbindung die Sprachverschleierung abzuschalten, um so die Sprachqualität zu verbessern.

Im Vergleich zu den Vorgängern bot das C-Netz eine sehr hohe Kapazität von ca. 850.000 Teilnehmern. Im B-Netz hatte dagegen nur eine Kapazität von ca. 27.000 Teilnehmern, da A-Netz sogar nur von ca. 11.000 Teilnehmern.

Roaming war im C-Netz nur eingeschränkt möglich, da dieses System nur in sehr wenigen Ländern eingesetzt wurde (neben Deutschland nur in Portugal und Südafrika). Der GSM-Standard, der den Durchbruch des Roaming brachte, wurde erst mit dem digitalen Mobilfunk, dem D-Netz, eingeführt.

Das C-Netz wurde am 31.12.2000 endgültig eingestellt und von da an gab es in Deutschland nur noch digitalen Mobilfunk. Dennoch war das C-Netz bis zuletzt sehr beliebt, da es aufgrund des noch schleppenden Ausbaus des D-Netzes eine vergleichsweise gute Übertragungsqualität in ländlichen Regionen bot.

Vergleiche auch die Einträge A-Netz, B-Netz, D-Netz.