Der Internetdienstleister 1&1, Tochterunternehmen von United Internet, stellt den Vertrieb seines erst im Juli auf den Markt gekommenen Tablet-PCs bis Ende September ein. Das Gerät erhielten bisher alle DSL-Neukunden, doch die Nachfrage kann nicht mehr gedeckt werden. Seit Apple mit seinem Ipad dem bisherigen Nischenprodukt Tablet-PC zu einem Boom verhalf gehen 1&1 die “Smartpads” aus. 25 000 Exemplare waren im Vorjahr beim asiatischen Hersteller NEC bestellt worden. Diese reichen aber maximal bis Ende September. Man habe die Menge falsch eingeschätzt, so Firmenchef Ralph Donnermuth. Trotzdem werde das Unternehmen nicht aus dem Geschäft mit Tablet-PCs aussteigen. Demnächst sollen Geräte anderer Hersteller vertrieben werden, denn man wolle sich dieses Zukunftsgeschäft nicht entgehen lassen.
Zurzeit nutzen rund 3,31 Millionen Kunden die DSL-Angebote von 1&1. 60 Prozent von ihnen gelten als Komplett-Kunden, da sie sowohl DSL- als auch Telefonanschluss beziehen. 190 000 kamen allein im ersten Halbjahr 2010 hinzu. Der Analyst Jochen Reichert von SES Research lobte diese Kundestruktur, da sie im mittlerweile stark gesättigten DSL-Markt eine stärkere Bindung zum Kunden verspricht.
United Internet versucht sich seit Juli auch als Mobilfunkanbieter. Das Unternehmen nutzt dazu das Netz des Mobilfunkanbieters Vodafone. Allerdings konnten im ersten Monat nur 15 000 Kunden gewonnen werden. Laut Donnermuth sei die Nachfrage im August aber schon gestiegen. Die weitere Entwicklung sei aber noch nicht abzusehen. “Das Geschäft ist neu für uns”, sagte der Firmenchef.
Den Gesamtumsatz konnte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 115 Millionen auf 931 Millionen Euro steigern. Einen großen Anteil daran haben die vom Konkurrenten Freenet übernommenen DSL-Kunden. Diese sorgten aber gleichzeitig für einen Verlust von 3,7 Prozent auf 141 Millionen Euro beim Vorsteuerergebnis (Ebit), da sich die Abschreibungen um circa 5 Millionen Euro erhöhten. Ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen strebt United Internet für das gesamte Geschäftsjahr einen Gewinn von 356 Millionen Euro an.
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