Seit es in den 1990er Jahren einen Boom erlebte, geht es mittlerweile fast nicht mehr ohne. Jeder will es, jeder braucht es und fast jeder nutzt es. In Zeiten der Globalisierung ist es ein finanzielles Muss in jeder Firma, das Internet.
Beinahe 25 Millionen Menschen hatten Ende 2009 in Deutschland einen DSL- Anschluss, was den 8. Platz im Vergleich aller OECD- Staaten ausmacht. Wo einst die Telekom das Machtmonopol besaß, gibt es mittlerweile eine Reihe seriöser Anbieter, bei welchen aufgrund der Konkurrenzsituation die Preise fallen und die Angebote verlockender werden. Verschiedene Quellen berichten von einer Deutschlandweiten DSL- Abdeckung von bis zu 90 % . Doch wo verbergen sich die restlichen 10%?
Gerade in ländlichen Gebieten sorgt diese oft aufgrund von finanziellen Hintergründen nicht vorhandene DSL Leitung für Ärger. Bürgerinitiativen, welche für ihr Recht auf Internet einstehen, sind die Folge. Im Erfolgsfall gibt es dennoch einen Unterschied. Aufgrund erhöhtem Aufwand zur Verlegung des DSL werden sogenannte „Regionalaufschläge“ erhoben. In Zahlen ausgedrückt sind das deutschlandweit ca. 36 % bzw. 124 Millionen Euro, die durch diese monatlich extra zu zahlenden 5,00 € entstehen. Unter Einbeziehung aller Haushalte sowie der großen 4 Provider stellte eine Auswertung fest, dass jede 12. Person diesen Aufschlag zu zahlen hat.
Zur besseren visuellen Darstellung der DSL-Verfügbarkeit in Deutschland wurde vom Bundeswirtschaftsministerium ein sogenannter „Breitbandatlas“ vorgestellt. Gesprenkelt mit farbigen Punkten ist auf diesen Karten gut zu erkennen, in welchen Regionen der Breitbandinternetanschluss noch hinterher hängt. Wo die Nutzer der Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin mit 1 % Regionalaufschlägen „glänzen“, sind besonders Surfer in Mecklenburg- Vorpommern (14 % aller DSL- Besitzer bzw. 64 % aller Kunden der „großen 4“) betroffen. Dicht darauf folgen Rheinland- Pfalz sowie Sachsen Anhalt mit jeweils 12 %.
Auf Anfrage der Linksfraktion gab die Bundesregierung an, dass nur noch 231 Gemeinden bzw. 400.000 Haushalte in Deutschland ohne schnellem Internetanschluss auskommen müssen. „Schnell“ heißt in dem Fall eine Übertragungsgeschwindigkeit von mehr als 128 Kbit/s. Die Bundesregierung verweist zusätzlich auf „regionales Engagement“, jedoch stets innerhalb bestimmter Grenzen.
Und so gibt es bereits seit einiger Zeit überall im Internet Portale zur Bildung von Interessengemeinschaften. Firmen, die auf ländlichem Gebiet oft so schon aufgrund des Standorts benachteiligt sind, ebenso wie Privatpersonen, Schulen und Familien. Die Hoffnung auf „Anschluss“ an den Standard der Gesellschaft wächst.
Wird DSL angeboten, werden die Regionalaufschläge oft nur im Kleingedruckten erwähnt. Potentielle Kunden sollten sich somit vor Abschluss des Vertrags genau informieren. Fallen diese Zusatzkosten an, kann es passieren, dass sich die eigentlich günstigen Anbieter als die preisintensiveren entpuppen.


