Die Telekom und Vodafone geraten ins Visier der Telefónica. Seitdem der Kommunikationsdienstleister auch in Deutschland aktiv ist, versucht der Konzern sein Gesätes zu ernten. Die getätigten Milliardeninvestitionen sollen der Telefónica zu Ruhm und Reichtum verhelfen. Die beiden größte deutschen Konkurrenten, die Telekom und Vodafone geraten in Zugzwang.
o2, das deutsche Tochterunternehmen von Telefónica hat mit einer Milliardeninvestition ihr Netz erweitert, Hansenet (Alice) gekauft und sich an der Ersteigerung von LTE-Mobilfunkfrequenzen beteiligt. Daraus soll jetzt möglichst viel Profit geschlagen werden. Die erste Maßnahme, die zu schnellem Wachstum führen soll, besteht für Telefónica-Europachef Matthew Keys darin, die „Wahrnehmung der Kunden“ zu „ändern“. Für die meisten Geschäftskunden, aber auch für Privatkunden sind die deutsche Telekom und Vodafone immer noch die Kommunikationsdienstleister erster Wahl. Das Vertrauen, dass die Kunden den beiden Marktführern schenken, ist der Telefónica ein Dorn im Auge.
Laut o2-Deutschlandchef René Schuster „gehört Deutschland innerhalb Telefónicas zu den fünf wichtigsten Märkten“ Deshalb liegt Telefónica -Chef César Alierta die Entwicklung von o2 in Deutschland auch so stark am Herzen. o2 hat einen Jahresumsatz von ca. 57 Mrd. Euro und ist in 25 Ländern auf der ganzen Welt aktiv. Der Aufstieg von o2 kann jedoch nur dann gelingen, wenn ständig neue Kunden aus den Bereichen DSL, Mobilfunk und Festnetz zum Konzern wechseln. Ansonsten wären die immensen Summen, die Investiert worden sind, in den Sand gesetzt.
o2 hat jedoch alle Vorkehrungen getroffen, um sich einen aussichtsreichen Wettkampf auf dem
satten deutschen Markt mit seinen Konkurrenten liefern zu können. Dank der Erweiterung des eigenen Netzes ist o2 seit 2009 unabhängig von der kostenpflichtigen Kooperation mit dem deutschen Marktführer Telekom. Die Übernahme von Hansenet führte dazu, dass fast alle deutschen Haushalte mit DSL von o2 versorgt werden können. Des Weiteren ermöglichte die Ersteigerung der LTE-Mobilfunkfrequenzen auch abgelegene Standorte mit einer schnellen Mobilverbindung zu versorgen.
Durch diese Schritte sehen sich die Münchner „auf Augenhöhe mit Vodafone und der Telekom“.
Erst Ende August wird man mit ersten Alice-DSL Produkten in o2 Filialen rechnen können, obwohl die Übernahme von Hansenet schon im November 2009 stattfand. Kombinierte Produkte aus den Bereichen Internet und Mobilfunk werden sogar erst in den kommenden Monaten verfügbar sein. Der schnelle Mobilfunkstandart LTE befindet sich zurzeit noch in einer Testphase.
Telefónica-Europachef Keys will „das Datengeschäft beschleunigen“. Hohes Wachstumspotential sieht er in der Datenübertragung per USB Stick oder Handy. Die herkömmliche Sprachtelefonie bietet dagegen weniger Aussichten auf erfolgreiches Wachstum. Der moderne Kunde will mit seinem Mobiltelefon E-mails schreiben und nebenbei im Internet surfen, anstatt nur zu telefonieren. Des Weiteren lassen sich im Datengeschäft höhere Preise erzielen.
Bei der Umsetzung des Vorhabens darf nichts schiefgehen. Da Deutschland den einzigen Markt für Wachstum bereitstellt. Alternativen in Europa gibt es nicht.
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