Missbraucht die Telekom ihre marktbeherrschende Stellung? Vodafone klagt

Veröffentlicht am 01.09.2010 von admin
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Probleme mit der Deutschen Telekom bei der Bereitstellung von Bitstrom-Zugängen beklagen seit Monaten deren Konkurrenten, allen voran der Vodafone-Konzern. Bei diesen Zugängen stellt der bisherige Netzbetreiber, also die Telekom, eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zum Endkunden her und stellt diese gegen Entgelt Dritten zur Verfügung.

Nachdem die Deutsche Telekom über das größte Netz in Deutschland verfügt, muss sie ihren Wettbewerbern aufgrund von EU-Vorschriften diese Art des Zugangs ermöglichen. Dabei muss die Konkurrenz für die sog. “letzten Meter” eine Gebühr von monatlich 10,20 EUR Miete für jeden Anschluss bezahlen. Derzeit greift Vodafone in einem Drittel des Bundesgebietes auf die Bitstrom-Technologie zurück. Allerdings warten auch noch ca. 40.000 Interessenten (das entspricht einem Drittel der Vodafone-Kunden) auf ihren DSL-Anschluss auf Bitstrom-Basis. Wegen des entgangenen Umsatzes für die Mitbewerber der Telekom sind vor Gericht und bei der Regulierungsbehörde verschiedene Verfahren gegen die Telekom anhängig. Doch selbst wenn der Anschluss freigeschaltet wird, gibt es oft Probleme: teilweise funktioniert nur der DSL-Anschluss, nicht aber der Telefonanschluss oder umgekehrt, so Jürgen Grützner, Geschäftsführer bei VATM, der dahinter eine bewusste Strategie sieht.

Nicht nur die Umsatzeinbußen machen den Mitbewerbern der Telekom zu schaffen. Sie befürchten auch Imageverluste, da die Kunden vergeblich auf Ihre Anschlüsse warten, wobei für den Endverbraucher nicht ersichtlich ist, welches Unternehmen für das Nichtfunktionieren verantwortlich sei. Umso pikanter, dass manche wartende Kunden später bei der Telekom ihren Anschluss erhalten, so der Vodafone-Chef Friedrich Joussen. Zudem beklagt der Vodafone-Chef, dass sein Unternehmen an die Telekom mehr bezahlt, als dabei verdient ist. Von 25 EUR für die Doppel-Flatrate bleiben abzgl. Mehrwertsteuer und Abgabe an die Telekom nur 10 EUR übrig. Von diesem Restbetrag müssen aber die Kosten für die Weiterleitung der Gespräche in die Mobilfunknetze sowie Aufwendungen für Wartung und Netzverbesserung bezahlt werden. Deswegen versucht Vodafone als Alternative, DSL-Internetkunden über UMTS an das Netz anzuschließen. Weitere Alternativen (z. Bsp. das TV- IPTV für den Massenmarkt) präsentiert Vodafone auf der jetzt startenden Internationalen Funkausstellung in Berlin.

Die Telekom gibt sich unterdessen gesprächsbereit und räumt gerade zum vergangenen Jahreswechsel größere Schwierigkeiten der IT-Systeme ein. Offiziell verlautbart der ehemalige Monopolist, dass das Telekom-System mittlerweile stabil sei und man Großkunden wie Vodafone natürlich nicht verärgern wolle. Dennoch gibt es nach Angaben der Bundesnetzagentur nach wie vor zahlreiche Beschwerden und eine hohe Ablehnungsquote seitens der Telekom.

Hier geht´s zu den DSL-Tarifen von Vodafone

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