Kündigung des DSL-Vertrages bei Umzug?

Laut der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt ist eine außerordentliche Kündigung des DSL-Vertrages aufgrund eines Umzugs nur in den seltensten Fällen überhaupt möglich. Selbst wenn am neuen Wohnort kein DSL durch den aktuellen Anbieter zur Verfügung gestellt werden kann, ist dies nicht zwangsläufig ein Grund zur Kündigung seitens des Vertragsnehmers. Auch wenn diese Regelung für den Kunden sehr ungünstig und paradox erscheint, schließlich kann die Leistung, für die gezahlt werden soll, gar nicht mehr in Anspruch genommen werden, so hat er sich doch an die vertraglichen Fristen zu halten. Lediglich auf Basis der Kulanz kann eine vorzeitige Kündigung des Vertrages zu Stande kommen. Oftmals ist diese jedoch an gewisse Bedingungen geknüpft. Beispielsweise durch die Zahlung von Geldleistungen, so genannte Abstandszahlungen, kann das Vertragsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben werden. Nur so kann der Verbraucher ohne zwingenden Grund aus dem Vertrag entlassen werden.

Sicherlich gibt es auch die Möglichkeit, vor Gericht gegen den bestehenden Vertrag zu klagen, da er von einer Partei nicht mehr erfüllt werden kann. Doch solche Prozesse sind mit hohen Kosten verbunden und außerdem meist sehr langwierig. In jedem Fall sollte verglichen werden, was rentabler ist. Entweder die Kosten für einen Prozess zu übernehmen, dessen Ausgang aufgrund von nicht einheitlichen Rechtsprechungen nicht vorhergesagt werden kann, oder aber die eventuell geringer ausfallende Zahlung einer Abstandssumme, die sich dann je nach Anbieter nach der Dauer des noch verbleibenden Vertragsverhältnisses richten wird. Auch besteht die Option, die monatlichen Kosten für die Grundgebühr einfach weiter laufen zu lassen, bis der Vertrag endet, auch wenn der DSL-Anbieter keine Gegenleistung mehr erbringen kann. In diesem Fall darf aber die rechtzeitige und fristgerechte Kündigung nicht vergessen werden. Meistens verlängern sich solche Verträge um ein weiteres Jahr, wenn nicht drei Monate vor Vertragsende die Kündigung beim Provider vorliegt.

Gute Chancen auf eine erfolgreiche Klage vor Gericht haben jedoch all jene, die zum Abschluss des Vertrages noch kein Wissen darüber hatten, ob eventuell ein Umzug anstehen könnte. Dies ist meistens dann der Fall, wenn sich aus beruflichen Gründen der Wohnort ändert, die Wohnung aufgrund von unvorhergesehenen Naturgewalten unbewohnbar wird. Ebenfalls kann ein außerordentliches Kündigungsrecht in Kraft treten, wenn familiäre Beweggründe Anlass zu einem Umzug geben. Diese wären zum Beispiel eine Trennung und ein daraus folgender Umzug oder die Geburt eines Kindes, was ebenfalls einen Umzug erforderlich machen könnte, da die Wohnung, auf die der Vertrag läuft, zu klein wird. Wichtig ist in solchen Fällen aber immer die Tatsache, dass zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die Veränderung der Wohnsituation innerhalb der Vertragslaufzeit nicht absehbar war.

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